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May 15 2015

Uferlos

Wüstes Land,
trockne Hand.

Schleppend wechseln Scheine,
feste an der Leine.

Wurmstichige Hölzer,
Gesichter vieler Völker.

Kinderhände,
Sternenwände.

Raues Meer,
sonst gar nichts mehr.

Große Menge
in der Enge.

Kleines Boot,
blanke Not.

Schwere Lider,
taube Glieder.

Hunger, Durst,
tiefe Furcht.

Neues Land,
kalte Hand.

Reiche Küste,
andre Wüste.

Kein Erbarmen,
nie Erbarmen.

-

Todesufer.
Uferlos.
Todesuferlos.


dat Maddin
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Seelenspaltung

Zu 1000 sehe ich sie, lachend,
um Nichts sich jemals Sorgen machend.
Leben in das Jetzt  hinein,
bewahren so den schönen Schein.

Saugen auf die Glücksgefühle,
niemals ruht die Sorglosmühle.
Lassen sich bequem berieseln,
mit dem neusten Duft eindieseln.

Sehen nicht das oft Geklagte,
dass an meiner Seele nagte.
Nur wen’ge spürten Änderungen,
die schleichend in ihr Leben drungen.

Kein Tropensturm erreicht sie.
Erderwärmung? – Phantasie!
Hungersnöte? – Überfluss!
Flächenbrände? – Kein Verdruss!

Die Not der Opfer dieser Pein,
könnt’ ja nie die ihre sein.
Sie werden es im Fernsehn sehen.
Aber es wirklich zu verstehen,
kam ihnen gar nicht in den Sinn.
Es ist halt dort, wo sie nicht sind.

Und wenn es dennoch hier ausbricht,
mit Fluten, Bränden, Hitzetoten,
übt man sich ungern in Verzicht.
Sie machen weiter wie Idioten.

Zu all ihnen wird es dennoch kommen,
die Spitze ist noch nicht erklommen.
Sie werden Jammern und laut Schrein.
Schuld? Wird’s keiner je gewesen sein.


dat Maddin
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January 21 2015

Sterne

Kleine Hände fest am Rock.
„Trennung!“ schreit der Mann mit Stock.
Tränen fließen auf den Boden.
Leid durchschießt die Menschenhorden.

Spitze Schreie von den Kindern.
Niemand kann das Böse lindern.
Kalte Hand greift nach den Schwachen,
für sie gibt’s kein neu erwachen.

Schüsse hallen aus der Ferne.
Traurig blicken Wolken, Sterne,
auf das Unheil hilflos, müde.
Unaussprechlich diese Sünde.

Blut verwäscht sich mit den Pfützen.
Auf einem Haufen Mäntel, Mützen.
Haare fallen in Sekunden,
Hinterm Draht drohn Leidensstunden.

Einsam brennt die Zimmerkerze,
beleuchtet gelbe, rote, rosa Sterne.
Hunger frisst sich in die Stille.
Tod füllt stechend die Pupille.


Rauch steigt empor am Firmament,
verbreitet nebelartig Mensch.



dat Maddin

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November 11 2014

Der Kreislauf



Zwanghaft Scheißen, Essen, Wecken,
um 5 Uhr aus den Träumen schrecken.
Im Halbschlaf lustlos Zähne putzen,
das kalte Licht der Birne nutzen.

Einheitskleidung angelegt,
graue Stulle fad belegt.
Um 6e dann zur Bahn gerannt,
die Bild Zeitung fest in der Hand.

Viertel Achte sticht die Uhr,
bleiches Licht entlang dem Flur,
Der Bildschirm flackert im Gesicht,
die Kollegen grüßen nicht.

Nichts erlebt den ganzen Tag,
niemand da, der nach dir fragt.
Sinnentleert nach Hause gehen,
4 Stunden "Privat" ferngesehen.

Nach 3 Bieren,
urinieren,
Porno schaun,
ins Bett gehaun.

Ein wirrer Traum bis früh um 5.
Das Leben völlig abgestumpft.


dat Maddin
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May 28 2014

Keinen interessieren Kinder (KIK)


Selbst nach billigst Resten,
sieht man sie sich fetzen.
Durch SSV + WSV
durchkramt sich stets die Einheitssau.
Egal ist's was mit welchen Händen,
genäht wurd' für die Wühltischstände.

Menschen, die zu tausend Scharen,
produzieren uns're Waren,
durften niemals Kinder sein.
Interessiert uns ihre Pein?

Nähen Bälle, stricken Jacken,
schuften mit beim Umverpacken.
Spielen? Sowas kenn' sie nicht.
Kleine Pause - nächste Schicht.

Denken! Oberstes Gebot!
Vermindern kann es ihre Not.
Fliegt ein neuer Flyer ein,
kauf woanders, lass es sein.

dat Maddin
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May 23 2014

Nordlicht

Wie ich den Geruch genieß,
der mir in die Nase schießt.
Dieser frische Hafenduft,
schwebt in jener klaren Luft.

Wie die Masten schwirrn im Wind,
dass mochte ich schon gern als Kind.
Wie der Sturm das Wasser peitscht,
um die Häuserecken pfeift.

Wo hunderte von Schwänen strahlen,
sich Dünen in die Landschaft malen.
Wo Möwen sich im Wind hochwiegen,
die Kiefern sich im Nordwind biegen.

Wo das Meer sein Ende findet,
ewig mich die Heimat bindet.
Möchte hier für immer weilen,
mit der Natur mein Leben teilen.

dat Maddin

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May 20 2014

Erstickte Erde

In Tonnen zieht es durch die Flüsse,
schießen schwallartig Ergüsse
in die Ozeane ein,
erstickt in bunter Plastikpein.

An jedem Strand, auf jedem Berge
es alles nur noch Plaste werde.
Zermahlen bis aufs My zerteilt.
Jahrtausende es dort verweilt.

Vergiftet Mensch und die Natur.
Unfruchtbarkeit zieht seine Spur
durch alle Spezies dieser Erde,
dass alles nur noch Plaste werde.

Ein künstlich Meer in jedem Meere,
es alles nur noch Plaste werde.
Es alles nur noch Plaste ist.
Jahrtausende es nicht vergisst.


dat Maddin
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May 14 2014

Kontaktlos

Alle tatschen ihre glatte Plaste,
hauen haltlos auf die Taste,
spüren ihren Gegenüber nicht,
es spiegelt sich ihr Graugesicht
im kalten matten Displaylicht.

Wandeln gebückt durch hohle Gassen,
können nicht die Umwelt fassen,
trotten so im Einheitsleben,
die Augen auf dem Bunten klebend,
die Seele sich vom Körper lösend.

Sitzen selbst beim Scheißen glotzend,
fotografieren auf Parties kotzend,
den Nächsten bei der kleinsten Pein,
stellen´s sofort bei facebook rein.
Der Stillstand ist schon lang ihr Sein.


dat Maddin

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May 12 2014

Der Klang der Angst

Ein weißes Band am blauen Zelt,
der Kopf in enge Angst gehüllt.
Zischend über Dächern pfeift,
der Kinder mordend "Terrorfeind".

176 kleine Steinhaufen,-
"Nur kollateral belaufend.",
sagt ein Mann im blauen Dress,
seine Sternen funkeln fesch.

An seinen Händen klebt auch kein Blut;
nur an den Fingern vom Pilot.
Der technisch am Bürostuhl sitzend
mit einem Klick - doch etwas schwitzend -
2 Familien ausradiert,
drauf er mit Sternen dekoriert.

Das nennt man schlicht "Modernen Krieg."
Die Taube maschinell besiegt.
So wird es niemanden gelingen
"Fremde Herzen zu gewinnen."
    
Er sät nur Elend, Furcht und tiefen

HASS.



dat Maddin
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May 08 2014

Sie stehen verstört am Potsdamer Platz.
Und finden Berlin zu laut.
Die Nacht glüht auf in Kilowatts.
Ein Fräulein sagt heiser: "Komm mit, mein Schatz!"
Und zeigt entsetzlich viel Haut.
 
Sie wissen vor Staunen nicht aus und nicht ein.
Sie stehen und wundern sich bloß.
Die Bahnen rasseln. Die Autos schrein.
Sie möchten am liebsten zu Hause sein.
Und finden Berlin zu groß.
 
Es klingt als ob die Großstadt stöhnt,
weil irgendwer sie schilt.
Die Häuser funkeln. Die U-Bahn dröhnt.
Sie sind das alles so gar nicht gewöhnt.
Und finden Berlin zu wild.
 
Sie machen vor Angst die Beine krumm,
Und machen alles verkehrt.
Sie lächeln bestürzt. Und sie warten dumm.
Und stehn auf dem Potsdamer Platz herum,
bis man sie überfährt.
— Erich Kästner, 1929
Reposted fromberlin berlin viaFrauJule FrauJule

Die Blase!

Die Hügel auf und ab,
zu Zweit im schnellen Trapp,
im Leder hin- und hergeritten,
kilometerweit geschliffen.

Die Socken reiben an dem Weißen,
es fängt schon langsam an zu beißen -
schabert heiter an der Wolle,
die Haut ganz langsam aufgequollen.

Nach metronomisch strammen Ritt,
zieht es mit jedem kleinen Schritt.
Rot schimmert sie gemein im Dunkeln,
im Kopf kreist schon ihr Name funkelnd.

Am Ende dann die Schmerzensprobe,
beim sachten Pellen der Garderobe,
pocht sie sich fies ins Hirn hinein,
tritt Groß die Blase in erscheinen.

dat Maddin

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May 03 2014

Der letzte Orkan

Stiller Tag. 
Kondensat.

Stille Bricht.
Hellstes Licht.

Lauter Schlag.
Sonnentag.

Himmelswurm.
Feuersturm.

Pilz als Riese.
Graue Wiese.

Heiße Schlacht.
Immer Nacht.

Flocken fallen.
Höllen Qualen.

Teufels Streben.
Nie mehr Leben.


dat Maddin

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Kein Ende der Sünde


Farben froh im Bild gebannt,
Auf Hochglanz sah man es poliert,
Liegt ein Kind von Macht verbrannt.
Der kleine Körper blutverschmiert.

Die braunen Augen strahlen fest,
Den Leserblick nicht lösen lässt.
Der rote Fluss aus seinem Mund,
Spricht in der Ferne seine Kund.

Doch hören es die falschen Leute.
Die Macht giert schon nach neuer Beute.
Der Leser kann es nicht ertragen,
Wie oft wird sinnlos Sie zernagen,
Das Höchste was die Menschheit kennt,
Was der Leser Kinder nennt.

Und wieder fließen 1000 Tränen;
Heulen grell, doch fern Sirenen.
Wieder greift die Macht sich heute,
Der Mutter Erde schwächste Beute.


Am nächsten Tag, der Zeitungskauf,
Auf Seite 3 trifft es ihn wieder,
Dem Mädchen dort fehl'n alle Glieder,
Er schlägt sie nie mehr wieder auf.....


dat Maddin

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Der Panther


Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe 
so müd geworden, dass er nichts mehr hält. 
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe 
und hinter tausend Stäben keine Welt. 

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte, 
der sich im allerkleinsten Kreise dreht, 
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte, 
in der betäubt ein großer Wille steht. 

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille 
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein, 
geht durch der Glieder angespannte Stille - 
und hört im Herzen auf zu sein. 


Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

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